Alltag und Leben in China

Mittwoch, 30.10.2013

Langsam habe ich einen Eindruck was es heißt in China zu leben. Es ist sicher nur eine Momentaufnahme, aber mein Eindruck derzeit ist, dass Shanghai eine sehr westliche Stadt ist. Shanghai lässt einem keine Wünsche offen. Man bekommt wirklich alles was man sich wünschen kann, voraus gesetzt man hat das dazu gehörige Kleingeld. Man kann sich auf dem Fakemarket für 15 Euro ein Hemd maßschneidern lassen oder in eine Boutique gehen und eines für das X-fache erstehen. Die Schere zwischen Arm und Reich sieht man in Shanghai sehr deutlich. Die Wohnbedingungen sind ziemlich verschieden. Wir leben in einem bewachten Compound mit Parkanlage, Sportbereich und Fitnessstudio, aber es gibt Chinesen, die in den Slums in Häusern wohnen, die das Wort Haus eigentlich gar nicht verdienen. Fließendes Wasser, Strom und eine Heizung gibt es nicht und teilweise schlafen die Menschen sogar in Kartons und decken sich mit Zeitungen zu. Natürlich hat man von solchen Lebensbedingungen gehört. Wenn man allerdings eine solche Szenerie selbst sieht, bekommt man dazu eine andere Perspektive.

Den Alltag in China habe ich mir naiver Weise vorgestellt wie in Deutschland nur ohne die Möglichkeit der mündlichen Kommunikation. Tja vor 3 Wochen war ich dann das erste Mal im Watsons, was vergleichbar zu einem DM in Deutschland ist. Eine Drogerie eben. Es ist gar nicht so einfach ein Duschgel zu finden, wenn man die ganze tolle chinesische Beschreibung nicht lesen kann. Das erste Mal bin ich dann auf das gute alte Axe für 5 Euro angesprungen, da man das schon an der Form erkennt. Dasselbe gilt natürlich auch für Lebensmittel. Man verlässt sich immer mehr auf das Aussehen des Produktes und errät dann um was für ein Ware es sich handeln könnte. Ich denke man wird automatisch ein wenig Abenteuerlustiger da man viele Dinge einfach probieren muss ohne zu wissen was man da eigentlich gerade kauft.

In China ist das Essen im Restaurant im Allgemeinen sehr günstig und meistens sogar günstiger als selbst Zuhause zu kochen. Daher gehe ich eigentlich immer auswärts essen. Ich mag inzwischen das Nordchinesische Essen, welches von der chinesischen Minderheit der Uiguren stammt sehr gerne. Deshalb besuche ich auch des Öfteren das Uigurische Restaurant um die Ecke. „Fuwuyuan qing gei ni yi fen tudou niu rou mian.“ Zu Deutsch „Bedienung bitte geben Sie mir eine Portion Kartoffel/Rindfleisch/Paprika Nudeln“  geht inzwischen ziemlich authentisch über meine Lippen. Da mir dieses Gericht sehr schmeckt, hatte ich das ab und zu bestellt. Der Fuwuyuan (Bedienung) hat sich das doch tatsächlich gemerkt und gibt mir seit letzter Woche tatsächlich meine persönliche Empfehlung der Gerichte die ich schon mehrfach bestellt habe. Ist ja mal eine Ehre. Ich würde ja mal sagen Herr Vossler ist jetzt ein VIP-Gast. Das Restaurant ist wirklich nicht groß. Vollbesetzt passen dort ca. 30 Personen hinein. Für mich ist der Laden ein absoluter Geheimtipp. Zur Erklärung: Die Uiguren sind eine Chinesische Minderheit die dem Islam angehören. Das tolle an ihrem Essen ist, dass sie die Nudeln immer für jeden Gast frisch zubereiten. Sogar einen chinesischen Döner bieten sie an. Nicht vergleichbar zum deutschen Döner, aber schmeckt trotzdem super lecker.

Die Zensur der Regierung bemerkte ich anfangs so gut wie gar nicht. Natürlich sind im Internet viele Webseiten wie beispielsweise Facebook oder Youtube gesperrt, was man allerdings mit einem VPN-Client recht einfach umgehen kann, aber sonst merkt man davon als Ausländer meines Erachtens nicht viel. Als ich mir allerdings in einer Buchhandlung ein Buch kaufen wollte, war ich ziemlich geschockt. Im Lonely Planet der Bibel für jeden Reisenden waren doch tatsächlich Seiten geschwärzt. Als wir einen Mitarbeiter darauf ansprachen, meinte er nur ja das müssen sie machen da sie sonst das Buch nicht verkaufen dürfen. Den Lonely Planet für China verkaufen sie überhaupt nicht, da dort so gut wie alle Seiten geschwärzt werden müssten. Der Shanghaier Lonely Planet kommt mit nur ein paar geschwärzten Seiten aus. WOW China und Zensur für Fortgeschrittene.

Es wäre sicher eine Erfahrung wert einmal in die Province zu fahren, um das Leben der "normalen" Chinesen zu erleben. Das sollte ich auf meiner China Rundreise aufjedenfall einplanen. Zwei Reisen stehen aufjedenfall noch an. Eine Reise nach Peking und eine Reise nach Beilun zum Alex. In Beilun lässt sich dann sicher auch ein Blick auf die Insel Putou Shan erhaschen.

So das war mal wieder ein klein bisschen aus Shanghai. Nächste Woche geht’s zum Kunden mal sehen was mich dort so erwartet.

Viele Grüße aus Shanghai

Steffen

Chinesisches Visum für Fortgeschrittene

Mittwoch, 30.10.2013

Wie ihr sicher schon bemerkt habt, ist eine ganze Zeit vergangen seit meinem letzten Blogeintrag. Das liegt zum einen am wunderschönen China und deren Visabestimmungen und zum anderen an der lieben Arbeit. Da mein Visum abgelaufen war und in Shanghai keine Verlängerung möglich war (weshalb auch immer), musste ich einmal um den Globus fliegen, um in Deutschland ein neues Visum zu bekommen. Eine Woche, 15200 Flugmeilen und 2 besuchte Flughäfen (Kuala Lumpur und Abu Dhabi) später konnte der Praktikant dann wieder ordnungsgemäß, wie es die Chinesen vorsehen, in China einreisen. Wahnsinn, was man nicht alles macht um nochmal 3 Monate in China sein zu dürfen. Nun ja sei´s drum! Jetzt ist das Praxissemester in China ja gerettet. Und nein es liegt wohl scheinbar nicht an mir, dass die Chinesen zwecks eines Visums etwas zickig sind. Scheinbar habe ich mir eine gute Zeit ausgesucht. Derzeit ändern sich die Visabestimmungen täglich. Auf der kleinen Rundreise nach Deutschland durfte ich auch wirklich lustige Situationen erleben.

Man stelle sich vor, eine Frau mit absoluter Flugangst im Flugzeug. Ja, ich weiß ich habe mich das auch gefragt. Wieso fliegt eine Frau mit dem Flugzeug wenn sie absolute Flugangst hat? Die Stewardess fragte mich, ob ich nicht mit ihr sprechen könnte während des Starts, um sie etwas abzulenken. Der Start war für sie zwar die Hölle, aber für mich war es das absolut Lustigste, das ich beim Fliegen bisher erlebt habe. Wobei man zugeben muss, dass sie sich gut unter Kontrolle hatte, obwohl sie ständig fragte ob es normal sei, dass alles wackelt. Als die Triebwerke den Airbus A 330 auf Geschwindigkeit brachte, musste sie zwar kurz losschreien, aber gut das kann ja mal passieren. Das Coolste sollte aber noch kommen. Da ich mit der Etihad Airline geflogen bin, kam beim Start eine Phrase aus dem Koran durch die Lautsprecher, was sich zugegebenermaßen etwas beängstigend anhörte, da diese Phrase von einem Mann mit sehr tiefer Stimme gesprochen wurde. Da gab es für meine nette Sitznachbarin natürlich fast kein Halten mehr. Ich beruhigte sie natürlich etwas ich bin ja kein Unmensch, aber lustig war das auf alle Fälle. Wie sie mir erzählte war Abu Dhabi nur ihr Transit-Flughafen, da sie nach Sydney fliegen wollte. Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung wie sie diese weiteren 15 Stunden im Flugzeug überlebt hat. Im Flugzeug konnte man Abu Dhabi bei Nacht sehen. Wirklich beeindruckend diese Stadt. Da sollte man mal einen Urlaub starten. Im arabischen Raum gibt es bestimmt ebenfalls viel zu entdecken.

In Shanghai angekommen, genoss ich sofort den Chinesischen Alltag. Endlich musste man nicht mehr alles in der Umgebung lesen, ist ja ohnehin alles Chinesisch. Total entspannend! Wenn man nur Bruchteile von dem versteht was auf der Straße gebrochen wird und sich versucht auszumalen was grade gesprochen wird, das ist absolut unschlagbar. Was man wirklich immer hört ist Zhe ge, Na ge, Mei you oder Wo bu zhidao. Chinesen erklären glaube ich wirklich alles mit "Zhe ge" ( das hier ) oder "Na ge" ( das dort ). Im Zweifelsfall heißt es ohnehin "mei you" (hab ich nich) und wenn sie kein bock auf dich haben kriegst du nur zu hören "wo bu zhidao" ( Ich weis es nicht!).

Ist eigentlich ziemlich witzig wenn man nie weiß ob der gegenüber einen richtig versteht.

Was mir spontan noch einfällt ist unsere Begegnung mit unserer reizenden Kioskfrau. Da ich vor meinem Abflug die Chinesischen Münzen loswerden wollte, kaufte ich im Kiosk nur mit Münzen ein. Da mein Mitbewohner ebenfalls viel Kleingeld hatte, schloss er sich mir an. Nachdem er bezahlt hatte und die Kioskfrau schon etwas genervt war, weil sie keine Münzen annehmen wollte, legte er noch mit ein paar Chinesischen Sprüchen nach. Als ich dann zahlen wollte, nahm sie alles was ich kaufen wollte und legte es hinter die Theke, weil sie uns nichts mehr verkaufen wollte. Blödekuh! Bemerkenswert eine Chinesin die sich weigert etwas zu verkaufen. Normalerweise muss man verkaufsfreudige Chinesen abwimmeln Zwinkernd.

 

Ein kleiner Abstecher nach Hongkong

Montag, 16.09.2013

Nun habe ich endlich mal wieder Zeit etwas von meinen Erlebnissen zu berichten. Letztes Wochenende ging es für einen kleinen Abstecher nach Hongkong. Am Freitagmorgen um 5 Uhr morgens startete der Trip mit der Taxifahrt zum Flughafen. Da ich vom Pudong International Airport geflogen bin, ging die Taxifahrt fast eine dreiviertel Stunde. Allerdings liegt der Flughafen auch ca. 45 km außerhalb von Shanghai. Am Airport angekommen musste zunächst einmal der Check-In Schalter der Airline gefunden werden, was sich als nicht so einfach herausstellte, da auf dem E-Ticket eine Airline stand die nicht an der Übersicht aufgeführt war. Aber mit der Flugnummer und einer netten Chinesin konnte auch dieses Problem gelöst werden. In Hongkong angekommen zahlte es sich aus in kurzen Hosen gereist zu sein, denn es war brutal heiß. Zum Vergleich in Shanghai hat es morgens geregnet wie aus Eimern. Da bin ich ja in die richtige Region geflogen ;-).

Vom Airport ging es nach dem Erhalt der neuen Währung (Hongkong Dollar) mit dem Schnellzug in die Stadtmitte. Auf dem Weg in die Stadt konnte man bereits die unglaublich schöne Landschaft Hongkongs bestaunen. Hongkong besitzt nicht nur unglaublich schöne Buchten, sondern auch atemberaubend schöne Berge und Wälder. Hongkong an sich besteht aus mehreren Teilen. Darauf werde ich allerdings später eingehen. In der Stadtmitte (Central) angekommen besorgte ich mir als erstes eine U-Bahnkarte. Der Vorteil der Octopuskarte (U-Bahnkarte in Hongkong) ist, dass man nicht nur U-Bahn damit fahren kann, sondern auch in Kiosken damit bezahlen kann. Anschließend nahm ich die U-Bahn zu meinem Hostel. Dort angekommen checkte ich ein, legte mein Gepäck ab und schon ging es los an die Erkundung von Hongkong.

Der erste Sightseeing Point sollte mir einen Überblick über Hongkong verschaffen. Dafür nahm ich die Peak Tram um auf den Victoria Peak zu kommen. In der Warteschlange war es alleine total langweilig, deshalb quatschte ich einen vermeintlichen Chinesen an, damit ich jemanden zum Quatschen hatte. Wie sich allerdings herausstellte, bin ich gleich zu Beginn in ein Fettnäpfchen getreten, da es kein Chinese war, sondern ein Japaner aus Osaka. Aber wer kann denn bitte so etwas ahnen. Für mich sehen ohnehin alle Asiaten gleich aus. Der Japaner Takobe erklärte mir amüsiert, dass für ihn Deutsche und Spanier auch genau gleich aussehen. Die Fahrt mit der Tram führte sehr steil zwischen den Hochhäusern hinauf auf den Victoria Peak. An der Endstation der Peak Tram befindet sich auf dem Gipfel des Victoria Peak eine riesige Shopping Mall. Wirklich erschreckend was die Chinesen da mal wieder mitten in den Wald gebaut haben. Die Mall beherberte unzählige Souveniershop sowie ein Hardrock Café und das Madame Tussauds von Hongkong. Auf dem Dach der Mall ermöglichte die Sky Terrace einen 360° Blick über ganz Hongkong. Von diesem Punkt aus konnte man auch gut die Stadtteile von Hongkong erahnen. Hongkong besteht aus 4 Stadtteilen, den Inseln Lantau Island und Hongkong Island sowie den Stadtteilen Kowloon und New Territories auf dem Festland. In meinen 2 Tagen Hongkong habe ich mich auf Hongkong Island und Kowloon beschränkt, wobei ich auch Lantau Island gesehen habe, da der Hongkong International Airport dort liegt. Auf der Sky Terrace war es möglich schicke Bilder von Hongkongs Skyline zu machen.

Hongkong vom Victoria Peak aus

Beeindruckt von dem gigantischen Ausblick machte ich mich wieder auf den Abstieg mit der Peak Tram. Im Anschluss ging es dann nach Central. Das ist der Teil von HongKong Island in dem das Leben pulsiert. Der große Vorteil von Hongkong ist die Sprache, denn in Hongkong spricht wirklich jeder Mensch Englisch. Mit Chinesisch in Hongkong kommt man nicht weit, da in Hongkong der Kantonesische Dialekt gesprochen wird. Das ist Vergleichbar zu einem Dialog zwischen einem Urbayer und einem echten Hamburger Nordlicht. Diese Beiden würden sich höchstwahrscheinlich auch nicht im Ansatz verstehen. Nachdem ich mit der U-Bahn an der Central angekommen war schlenderte ich durch kleine Gassen, in denen so ziemlich alles verkauft wurde. Sogar ein Teehaus gab es dort. Der Geruch in diesem Laden war wirklich deliziös. Allerdings wollte ich nichts kaufen, da ich nicht wusste was die Chinesen am Zoll zu Tee im Handgepäck sagen. Nach der kleinen Bummeltour setze ich über nach Kowloon. Dort schaute ich mir den Kowloon Park an. Dieser Park ist mitten im Trubel von Kowloon ein Paradies der Erholung. Kowloon ist ein Stadtteil von Hongkong in dem vorallem Westler und Inder wohnen. Außerdem ist Kowloon bekannt für seine Einkaufsmöglichkeiten. Im Lonely Planet stand, dass Kowloon das absolute Paradies ist für Frauen mit einer Neigung zum Shopping, was ich später sogar beweisen konnte. Im Kowloon Park konnte ich die Chinesische Kultur weiter kennenlernen. Denn im China wird man im Alter nicht ruhig, dort wird man erst aktiv. In diesem Park gab es einen ich würde Trim-Dich-Pfad auf Chinesisch, der von schätzungsweise 30 chinesischen Senioren bevölkert war. Wirklich fit diese Chinesen. Nach dem erholsamen Parkspaziergang führte mich der Weg dann an die Tsing Sha Tsui Promenade. Dort genoss ich den Blick auf die Skyline von Hongkong Island bis es dunkel wurde und die Symphonie of Light begann. Die Symphonie of Light ist eine Lichtshow der Skyline die mit Scheinwerfern, Leuchten und Lasern eine Show zur Musik liefern. Jedem der nach Hongkong geht sollte diese Show gesehen haben. Sie ist einfach spitze. Anschließend gings zurück ins Hostel.

Skyline von Kowloon von der Fähre aus Ausschnitt aus der Skyline von Hongkong Island Skyline bei Tag

Für den zweiten Tag hatte ich mir vorgenommen ein wenig Bildung einzulegen. Deshalb entschloss ich mich eine Museumstour zu starten. Die erste Station führte mich zum Hongkong Museum of History. Zunächst konnte man dort in einer Sonderausstellung die Geschichte der Roben der Kangxi bis zur Qing Dynastie bewundern. Zunächst fand ich diese Roben sehr lahm muss ich zugeben, allerdings wurde es immer interessanter als ich die Hintergründe für die Nutzung dieser Roben erkannte. Sie zeigten den Stand der verschiedenen Personen am Hofe der Kaiser. Es wurden in den Roben ebenfalls viele Elemente der Chinesischen Geschichte verwendet wie zum Beispiel der Drache der Respekt und Macht symbolisiert oder den Phönix der den König des Himmels darstellt. Der Drache war meist dem Kaiser vorbehalten und die Kaiserin trug den Phönix als Zeichen der Herrscherin der Lüfte. Im Anschluss an die Sonderausstellung ging es in das eigentliche Museum. Dort wurde die Geschichte Hongkongs von der Geologischen Entstehung aus Lava und Vulkanen bis hin zur Britischen Besetzung erklärt. Es war so spannend in diesem Museum, dass ich ganze 4 Stunden dort verbrachte, um mehr über die Chinesische Geschichte zu erfahren.

Danach besuchte ich das Hongkong Museum of Science. Als ich das Museum betraten hatte, wurde mir schlagartig klar, dass ich hier in einem Museum für Chinesische Kinder gelandet war. Es wurden interessante Naturwissenschaftliche zusammenhänge erklärt, die auch für Kindern verständlich waren. Nachdem ich alles gesehen hatte verlies ich auch schon das Museum, da es mehr die Zielgruppe unter meinem Alter ansprechen sollte. Nun wusste ich auch wieso dieses Museum nicht im Lonely Planet stand. Voller Erwartungen ging ich anschließend in das Hongkong Museum of Space. Dort hatte ich wirklich Spaß, da dort die gesamten Raumfahrt Projekte Chinas und der USA vorgestellt wurden. Es waren viele Versuche aufgebaut die man selbst ausprobieren konnte. Zum Beispiel die Möglichkeit mit einem Gleitschirm auf dem Mars zu landen. Als ich aus dem Museum herauskam hörte ich eine Band in der Nähe spielen. Es zog mich sogleich dorthin und als ich dort ankam erblickte ich ein eintägiges Musikfestival. Wie cool ist das denn!! Nach einer Weile verstand ich was dort vor sich ging. Es handelte sich um einen Chinesischen Musik Contest bei dem Hongkongs Bands gegen einander antraten, um den Titel Hongkongs beste Liveband zu erhalten. Chinesische Musik ist einfach super lustig. Die Chinesische Sprache ist mit ihren 4 Tönen ohnehin schon fast wie Gesang wie ich finde. Wenn aber Chinesen in einer Rockbandformation die Bühne rocken ist das einfach nur der Brüller. So viel gelacht wie an diesem Nachmittag hatte ich lange nicht mehr. Man muss allerdings dazu sagen manche Bands waren auch wirklich gut. Nachdem sich das Festival langsam aufgelöst hatte ging ich in das Hongkong Museum of Arts. In diesem Kunstmuseum, das sich auf 5 Etagen erstreckt entdeckte ich mein Faible für Kunst. Die Chinesische Kunst ist etwas sehr elegantes und Verarbeitet immer wieder die Chinesische Kultur der letzten 5000 Jahre. Gleich im erste Stock waren Fotografien zu sehen. Das Amüsante war, dass auch Bilden von den Master of the Net Garden zu sehen waren. Diesen Garten hatte ich 3 Woche zuvor in Suzhou bereits gesehen. Das heißt dann wohl diese Gärten sind in China sehr bekannt. Im Anschluss schaute ich mir die Avenue of Stars an. Diese Straße ist die chinesische Version des Walk of Fame. Dort sind im Boden Sterne eingelassen für zum Beispiel Jackie Chan, Bruce Li oder Jet Li. Das waren zumindest die Schauspieler die ich kannte.

Jackie Chans Star

Da ich wieder einmal keine Lust hatte alleine die Stadt zu erkunden, sprach ich 2 Mäddels an der Tsing Sha Tsui Promenade an. Wie sich herausstellte waren die beiden froh, dass ich sie angesprochen hatte, da sie mit 2 Freundinnen unterwegs waren und seit 4 Tagen in Hongkong nichts gesehen hatten außer Shopping Malls, da die werten Freundinnen nichts anderes im Sinn hatten, als in Honkkong shoppen zu gehen. Um das Sightseeingprogramm der Mäddels zu eröffnen, entschlossen wir uns zu einer einstündigen Hafenrundfahrt zwischen Hongkong Island und Kowloon. Die Starferries sind sehr bekannt in Hongkong, da alle zwölf Fähren auf Namen von Sternen getauft sind. Man sagt, dass an manchen Tagen die Starferries die einzigen Sterne sind, die zu sehen sind. Was meiner Einschätzung nach sicher am Smog liegen wird. Die Hafenrundfahrt war wirklich spitze. In charmanter Begleitung ging die Fahrt bei einsetzender Dämmerung los und endete in einer klaren Nacht mit Sicht auf die Sterne und die wunderschöne beleuchtete Skyline von Hongkong Island. Uns allen gefiel diese Szenerie und wir beschlossen die Symphonie of Lights an der Tsing Sha Tsui Promenade genießen zu wollen. Die Show, welche ich nun zum zweiten Mal genoss, war wieder super und ich habe sogar Elemente gesehen die ich gestern, aufgrund der Foto Session, nicht gesehen habe. Anschließend musste ich mich leider von den schicken Mäddels trennen. Sehr schade, dass sie nach Tokio fliegen und nicht nach Shanghai ;-). Der Rückflug gestaltete sich als recht entspannt, da der Flieger nicht komplett ausgebucht war. Ich konnte sogar wieder erfolgreich nach China einreisen.

Ich hoffe ich schaffe es diese Woche noch einen Eintrag zu schreiben.

Viele Grüße aus Shanghai

Feiern in Shanghai

Mittwoch, 04.09.2013

Am Wochenende ging es mal wieder Feiern. Geplant war ein paar Bier in einer Bar zu trinken. Wie üblich trafen wir uns an einer U-Bahnhaltestelle. Da die Mäddels aus der Gruppe zur Ladies Night wollten, beschlossen wir in der Stadt in einen Club zu gehen.

 Ja doch keine Bar es wurde ein Club.

Am Club angekommen trafen wir einen Freund eines Freundes. Kompliziert ja, aber das stellte sich als super cool heraus, da der Freund Promoter war. Was für uns hieß die ganze Nacht Freigetränke und freien Eintritt. Der erste Club das S2 war ein ziemlich cooler Laden in dem Electro und House gespielt wurde. Man sah den Reichtum der Chinesen sofort an diesem Abend. Die Reichen Chinesen saßen in ihren Lounges und genossen die Party mit ca. 30 Champagnerflaschen auf dem Tisch. Was allerdings gegen die Prozessionen die durch den Club gingen ein Witz war. 2 Chinesen hatten das Champagner bestellen meines Erachtens als Wettstreit gesehen, da immer wieder ca. 10 Kellner mit je einer Champagnerflasche in einer Art „Prozession“ durch den Club zu deren Lounge liefen. Aber gut wer das Geld hat sollte es auch ausgeben. Anschließend gings mit dem Taxi zum nächsten Club. Ich hatte allerdings keinen Schimmer wohin es ging. Der Promoter sagte dem Taxifahrer wo der nächste Club ist und los ging die wilde Fahrt. Am Maya International Club angekommen, fiel mir gleich auf, dass das zufällig der Club war der mir von meinem Mitbewohner empfohlen wurde. Sehr cool !! Auch dieser Club war wirklich spitze. Der ganze Abend war sagenhaft, was sicherlich noch mehr an den Leuten lag die dabei waren, denn die Mäddels waren inzwischen auch zu uns gestoßen. Ein Hoch auf Luisa der wir den Post auf Schanghai.com zu verdanken haben. Ohne Sie wären wir sicher nie in dieser Konstellation zusammen gekommen. Ich bin unglaublich froh euch alle kennengelernt zu haben. Nach einer geilen Nacht ging es früh morgens mit dem Taxi nach Hause.

Am nächsten Tag sollte es losgehen in eine Wasserstadt. Um Shanghai gibt es mehrere Wasserstädte, die das Venedig Chinas sein sollen. Die letzte Nacht ergab allerdings ein paar Ausfälle, weshalb die Wasserstadt Tour auf ein anderes Wochenende verschoben wurde. Stattdessen ließen wir es ruhig angehen und sahen uns schon einmal den Schauplatz des baldigen Oktoberfestes an. Ja richtig gehört Shanghai hat natürlich auch ein Oktoberfest und das findet sogar richtigerweise im Oktober statt! Da können sich die Bayern eine Scheibe von abschneiden. Die Chinesen wissen wie man Deutsches Kulturgut richtig kopiert. Was im Oktoberfest heißt muss auch im Oktober stattfinden. Am Huangpu wird gerade direkt am Ufer von Pudong das Festzelt aufgebaut. Ich bin schon sehr auf das Oktoberfest gespannt. Direkt in Sichtweite zum „Festplatz“ liegt das Paulaner. Ein Deutsches Restaurant mit Deutschem Bier (Paulaner). Als ich allerdings den Preis sah, habe ich das Weißbier trinken auf das sechste Semester verschoben. 80 Kuai (10 €) für einen halben Liter Paulaner ist ein stolzer Preis. Man merkt natürlich was importiert ist. China hat auch leckeres Bier, denn das Tsing Tao ist wirklich hervorragend. Das Highlight im Paulaner waren für mich definitiv die Brezn. Ich hätte nie gedacht, dass ich Brezn so vermissen werde.

Festzelt fürs Oktoberfest steht schon fast

Am Abend trafen wir uns dann wieder, denn in der Mural Bar war Deutscher Stammtisch von Schanghai.com. Die Veranstaltung war an sich sehr cool, allerdings waren wir zu zehnt dort und deshalb lernte ich niemanden neuen kennen. Geplant hatte ich an diesem Abend mal wieder früh schlafen zu gehen,um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Aber bisher habe ich in Shanghai selten erlebt, dass ein Plan wie ich ihn mir vorstelle aufgeht ;-). Das Feiern sollte weiter gehen. Vor der Muralbar trafen wir noch einen Deutschen und einen Amerikaner, die in Shanghai an der Uni studieren. Zusammen gingen wir in den Club 88 in dem ich auch endlich das Würfeln lernte. Schon gestern im S2 Würfelten alle, nur habe ich nicht verstanden wie dieses Trinkspiel funktioniert. Weshalb ich gestern mit den Chinesen als Trinkspiel Schnick Schnack Schnuck gespielt habe. Was die Chinesen übrigens Spitze fanden, da sie Schnick Schnack Schnuck noch nie als Trinkspiel gespielt hatten. Ich zugegebenermaßen auch nicht ;-). Aber nun habe ich das Würfelspiel verstanden und kann mich bei dem Chinesen integrieren. Es gab immer wieder Shows auf den „Bühnen“ (Tanzflächen) und die Musik war auch ganz nach meinem Geschmack. House mit ordentlichem Bass. Bevor es auf den Weg zum Dadas gehen sollte, genehmigten wir uns ein kleiner Barbecue. Das mag ich an Shanghai besonders. Vor vielen Clubs stehen Straßenverkäufer, die einem Spieße, die man sich selbst aussuchen kann, kurz auf dem Holzkohlegrill garen. Und die Spieße schmecken einfach phänomenal. Ich habe ehrlich gesagt meistens keine Ahnung was ich da esse, aber es schmeckt einfach deliziös. Im Dadas angekommen sahen wir auch schon gleich beim Reingehen den „Backdancer“. Das ist ein Typ der scheinbar wirklich immer im Dadas ist und immer auf dem Podest mit der Brille am Hinterkopf abtanzt. Aber das ist ein richtig cooler Chinese! Das Dadas ist kein Club würde ich sagen. Es ist mehr eine Studentenkneipe. Ich würde sagen es ist vergleichbar mit dem Nachtwerk in Lahr nur ein wenig größer. Das Dadas ist der absolute Geheimtipp von Björn. Ich hätte den Laden nie gefunden.

Am Sonntag war es an der Zeit einen Pool aufzusuchen. In Shanghai gibt es mehrere Pools. Das sind Bars, in denen man in einem Pool Cocktails trinken kann. Wir entschieden uns für den Beach am Bund mit 2 großen Volleyballfeldern und einen direkten Blick auf die Skyline von Shanghai. Es war einfach Erholung pur. Bei bombastisch gutem Wetter spielten wir Volleyball und ließen uns in der Sonne bräunen. Die Gruppe ist einfach klasse. Mit den Jungs und Mäddels macht wirklich jede Aktion Spaß. Beim Volleyball spielen gab es bald sogar Internationale Team da sich Chinesen und Inder unserem Spiel anschlossen. Ich war sicherlich auch nicht der Beste, aber ein Chinese in meinem Team hatte scheinbar großen Spaß daran den Ball mit seinem Gesicht zu stoppen. Lustig war das Spiel auf alle Fälle. Der Strand hatte sich absolut gelohnt, denn man bekam ein tolles Strandfeeling. Die Beschallung rundete das ganze Ambiente ab und sorgte für eine entspannende Stimmung.  

Beach am Bund

Fazit des Tages: Super Location, es wird nicht der letzte Besuch bleiben!

Soviel zum letzten Wochenende Lachend

Nächste Woche werde ich von Hongkong berichten. Dort fliege ich am Wochenende hin, um mein Visum zu verlängern.

Viele Grüße aus Shanghai

Zaíjián

Ausflug nach Suzhou

Dienstag, 27.08.2013

Nach einer arbeitsreichen Woche musste am Samstag mal wieder ein bisschen Sightseeing her. Um 7 Uhr morgens ging es von der U-Bahn Haltestelle Xujiahui los zur Shanghai Railway Station, wo ich die anderen Deutschen Praktikanten getroffen habe. Luisa und Susi kannte ich bereits und die anderen lernte ich kennen. Wie sich herausstellte ein sehr lustiger Haufen. In der Gruppe sind wir sogar 4 Leute die bis Januar in Shanghai sind. Der Check-In am Bahnhof kam mir fast vor wie der Check-In in Frankfurt am Flughafen. Der Rucksack wurde gescannt und man wurde auf metallische Gegenstände untersucht. Auf das Gleis kam man erst nachdem das Boarding begonnen hatte. Um 10 Uhr fuhr der Schnellzug los nach Suzhou. Bemerkenswert war die Geschwindigkeit des Schnellzuges mit 300 km/h bretterte er non-stop nach Suzhou. In Suzhou angekommen wurde uns wieder klar wir sind in China. Am Ausgang des Gleises standen schon eine ganze Menge Chinesen, die einem sofort auf die Nerven gingen. Sie wollten uns natürlich in die Stadt fahren. Zu Fuß liefen wir dann zur ersten Sehenswürdigkeit dier 76m hohen Pagode Beisi Ta. Am höchsten Punkt der Pagode hatte man einen imposanten Ausblick über ganz Suzhou. Am Fuße der Pagode lag ein Tempel und eine Gartenanlage, die zum Entspannen einlud.

Pagode Beisi Ta

Anschließend gingen wir in einem kleinen schicken Restaurant essen. Aufgrund unserer bezaubernden Melissa mit ihren unglaublichen Chinesisch Kenntnissen war es kein Problem zu bestellen. Ohne Melissa wäre das sicher in Zeichensprache ausgeartet. Nach dem leckeren Mittagessen sollte es weiter gehen mit Besichtigungen. Wir fanden einen kleinen Chinesischen Markt auf dem Gefühlt wirklich alles verkauft wurde. Nach einer kleinen Bummeltour durch die Gassen von Suzhou machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zum Master of the Nets Garden. Das Ergattern eines Taxis gestaltet sich in der Provinz allerdings nicht so einfach wie in Shanghai. Nach ca. 20 min hatten wir dank Melissa ein Taxi und drei Rikschas um unseren nächsten Sightseeing Punkt zu erreichen. Im Master of the Nets Garden angekommen erwartete uns ein idyllisch angelegter Garten mit Kois, weißen Tauben und Schildkröten. Solch einen Garten hätte ich mal gerne im Wohnheim. Da würde es sich ja fast von alleine Lernen.

Master of the Nets Garden ( Suzhou )

Aufgrund der krassen Hitze die herrschte, beschlossen wir ein wenig über die Märkte an den Kanälen zu bummeln. Verkauft wir dort glaube ich alles was sich ein Tourist vorstellen kann. Vom Chinesischen Wandschmuck bis zur frischen Früchten wie Lotus.

So das wars mal soweit über meine bisherigen Erlebnisse in China. Die Blogeinträge sind leider erst jetzt Online da vorher das Internet nicht funktionierte. Ich werde bei neuen Erlebnisse wieder was schreiben.

Viele Grüße aus Shanghai

Steffen

Fahrradtour in Shanghai

Dienstag, 27.08.2013

Der Sonntag gestaltete sich als sehr sportlich, da wir mit dem Fahrrad eine Shanghai-Tour gestartet hatten. Nicht nur die Orientierung in der Stadt konnte man dadurch verbessern, sondern auch das Verständnis für den hießigen Straßenverkehr. Die Ampeln und Zebrastreifen sind mehr Vorschläge die man einhalten kann oder eben auch nicht. Ich hatte so das Gefühl Sie wurden nur zur Beruhigung für uns Westler aufgestellt. In Puxi (Puxi bedeutet auf der westlichen [xi] Seite des Flusses [pu]) war der Verkehr wirklich höllisch. Aber es hat wirklich viel Spaß gemacht in diesem Verkehr Fahrrad zu fahren, da das Einzige, auf das man achten musste, Autos waren, die den eigenen Weg kreuzen. Vom Compound aus fuhren wir zum Zhongshang Park. Überraschend wieviele Parks es in Shanghai gibt! Aber wenn die Chinesen eines können, dann ist es das Errichten von Parks und Gärten. Der Park wird zwar gerade komplett umgebaut und neuangelegt, aber die Teile des Parks die offen waren konnten sich sehen lassen. Sogar ein kleiner Rummel war im Park integriert. Zu unserer Enttäuschung schien dieser eher verlassen zu sein und wohl schon länger nicht mehr genutzt. Aber so ist eben China!! Womöglich steht vor meiner Abreise in Shanghai schon ein neuer Rummel in diesem Park. Weiter ging es über den Norden Shanghais bis zum People Square. Der People Square stellt die Stadtmitte direkt an der Fußgängerzone dar. Auf diesem Weg wurde mir klar, dass ich bisher nur die schönen Seiten Shanghais gesehen habe. Dort leben Menschen wirklich unter widrigsten Bedingungen die ich mir nicht einmal vorstellen konnte. Dadurch lernt man das Leben in Deutschland wieder zu schätzen. Am People Square angekommen genehmigten wir uns einen Kaffee bei Starbucks ;-). Vom People Square aus radelten wir zum Bund. Nachdem wir dort ein Fähre gefunden hatten die auch Fahrradfahrer befördert, setzten wir nach Pudong (östlich [dong], Fluss (Huangpu) [pu] über. In Pudong wollten wir uns die Wolkerkratzer von Shanghai ansehen. Beeindruckend was die Chinesen in 20 Jahren aus Pudong gemacht haben. Der Verkehr in Pudong war sehr entspannt, da dort wohl weniger Menschen leben, wie in Puxi. Nachdem ich die Nahaufnahmen vom Oriental Pearl Tower dem Jin Mao Building und dem Flaschenöffner in der Tasche hatte starteten wir weiter Richtung Century Park, was wir allerdings nach einer fast 1 Stündigen Fahrt abbrachen, da der Century Park doch etwas zu weit entfernt war. Auf der Karte sah das nicht so weit aus. Somit entschieden wir uns nach Süden zum Expogelände zu fahren. Die Deutschen Autobauer wie BWM und Mercedes sind dort sehr präsent und es gibt sogar eine Mercedes-Arena. Eine riesige Veranstaltungshalle in welchem scheinbar oftmals sehr coole Konzerte stattfinden. Zur Rush Hour setzen wir wieder nach Puxi über. Beim Aussteigen aus der Fähre ging der normale Chinesische Wahnsinn weiter. Alle Rollerfahrer wollen natürlich gleichzeitig aus der Fähre!! Für uns sehr lustig!!

Die Rollermeute

Hotpot

Dienstag, 27.08.2013

Am ersten Freitag wurde ich von meinen Kollegen zum Hotpotessen eingeladen. Hotpot ist ein Chinesisches Essen bei dem in der Mitte des Tisches ein Topf ( Pot ) steht der mit gewürztem Wasser gefüllt ist. Dabei gibt es verschiedene „Sorten“ von sehr Scharf bis Mild. Wir hatten einen getrennten Pot mit mittelscharfer und milder Mischung. Dazu bestellt man Beilagen wie z.B. Pilze, dünngeschnittenes Lammfleisch und vieles mehr. Dieses Essen ist denke ich vergleichbar mit unserem Fondue nur ist der Hotpot wesentlich gesünder und schmeckt viel besser ;-) . Man wirft die Zutaten mit den Essstäbchen in den Hotpot und holt sie sich nach der Garzeit mit den Essstäbchen wieder heraus. Dazu gibt es eine Soße die für alle Beilagen als Dipp dient. Einfach super dieses Essen. Dazu gibts das überraschend gute Tsingtao Bier Lächelnd. Im Allgemeinen habe ich hier in China noch kein Gericht gesehen, das es im China Restaurant in Deutschland gibt! Außerdem hab ich in China noch nichts gegessen das nicht schmeckt. Das Hotpotessen ist spitze, nur die Bestellung ist nicht ganz so einfach. Ohne einen Chinesen stelle ich mir das eher mühsam vor.

Erster Arbeitstag

Dienstag, 27.08.2013

So erster Arbeitstag: Mit Hemd, Stoffhose und Lederschuhen gings schick ins Büro. Von meinem Chef bekam ich zuerst einmal eine kleine „Einweisung“ für das Leben und Arbeiten in China. Sehr hilfreich um stressfreier (stressfrei geht hier glaube ich nicht) durch den Alltag zu kommen. Da mein Betreuer die nächsten zwei Wochen nicht in Shanghai ist, bekam ich gleich meine Tasks für die nächsten 2 Wochen. Ich hatte gleich Spaß daran und begann mit dem ersten Task.

Abends wurde ich gefragt ob ich nicht in ein Restaurant kommen will, da sich dort mehrere Kollegen trafen. Da ich kein Schimmer hatte wo diese Abbey Road ist lies ich mit von einen Chinesischen Kollegen in Schriftzeichen die Straße aufschreiben.

Das erste Mal Taxifahren in Shanghai ich war ja nicht ganz sicher ob der Taxifahrer versteht was ich ihm sage. Allerdings stellte sich heraus, dass mit einem Zettel mit chinesischen Schriftzeichen beim Taxi fahren alles gebongt ist. Der Knüller war der Preis den er mir nannte. 16 Kuai (2 Euro) für die gesamte Fahrt. Zwar teurer wie die U-Bahn aber hey dafür kommt man in Rosenheim nicht einmal vom Studentenwohnheim zum Netto. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Geschäftsessen mit einem Kunden. Ich war baff, da ich erwartet hatte mit meinen Kollegen ein paar Bier zu trinken. Es war allerdings ein sehr netter Abend, bei dem ich bemerkte, dass mache Chinesen doch ein unglaublich gutes Englisch sprechen. Das hatte ich bei meinen Touren durch Shanghai so nicht erlebt. Die Chinesen können zwar Englisch, das beschränkt sich aber stark auf das Vokabular um Schund zu verkaufen.

Sightseeing die Zweite

Dienstag, 27.08.2013

Dienstag gings dann gleich los zum Yu Yuan Garden (Garten der Zufriedenheit). Laut Reiseführer ein absolutes Muss in Shanghai. Das Straße überqueren das mir Anfangs wirklich den letzten Nerv geraubt hat, geht inzwischen ganz gut. Ich würde hier allerdings niemals Auto fahren wollen. Das Hupen ersetzt den Blinker, die Ampel ist mehr eine grobe Richtlinie dem man nach kommen kann oder auch nicht. Und die Rollen fahren ohnehin wo sie grade bock haben. Das U-Bahnfahren ist inzwischen schon easy going, das einzige komplizierte sind die 100 Exits die jede U-Bahnhaltestelle hat. Aber hey an die Oberfläche kommt man ja immer!! Am Yu Yuan Park angekommen zeigte sich mir eine wilde Meute an Touristen. Der Park selbst kostete einen Eintritt von 30 Kuai (ca. 3,75 €), was sich allerdings als lohnenswert erwies, denn die Gärten und Gebäude waren wirklich schön. Die vielen Teiche beherbergten sehr viele Kois, die sich bei der Fütterung fast gegenseitig auffraßen. Im Garten selbst waren zwar einige Touristen, aber nicht sehr viele was einen entspannten Rundgang ermöglichte. Als ich allerdings wieder aus dem Yu Yuan Garden heraus kam, sah ich eine gigantische Meute an Touristen, die sich an den Ständen der Händler und den Imbissbuden tummelten.

Yu Yuan Garden

Da der Bund nicht weit entfernt war vom Yu Yuan Garden musste die Skyline von Pudong nochmals erblickt werden. Einfach der Wahnsinn diese Skyline. Der Bund war recht gut bevölkert um diese Uhrzeit, jedoch fast nur mit Chinesen, was mich ein bisschen erstaunte. Ich dachte eigentlich die Westler seien die Touristen, aber das ist vollkommen falsch. Es sind so unglaublich viele Chinesen in Shanghai zum Urlaub machen. Als ich im Schatten eine kleine Pause machte wollten ständig irgendwelche Chinesen ein Foto mit mir machen. Erst fand ich das schon komisch, aber nach dem Zweiten dachte ich mir „Was solls wir Westler sind eben cool!“ ;-) .

Nun musste mal die Fußgängerzone erkundet werden. Diese erstreckt sich vom Ufer des Huangpo (Bund) bis zum People Square in der Stadtmitte. Es offenbart einem ein absolutes Einkaufsparadies, zu kaufen gibt es so gut wie alles vom Billigspielzeug bis hin zum super teuren Prada Kleid.

Als ich am People Square angekommen bin konnte ich mich nicht mal richtig umschauen schon wurde ich von einer netten Chinesin gefragt ob ich nicht ein Bild von ihr und ihren Freundinnen machen könnte. Da ich ja ein sehr netter Mensch bin, habe ich das natürlich gemacht. Sehr nette 4 Chinesische Mäddels die sich mir auf Englisch unglaublich höflich und nett zeigten. Ich war echt überrascht und hab auch gleich eine Weile mit ihnen gequatscht und sie haben mir das ein oder andere Highlight von Shanghai offenbart und erzählt, dass Sie an der Uni hier in Shanghai Medizin studieren. Ich dachte nur ist ja drollig danach seht ihr irgendwie mal gar nicht aus. Als die eine dann anfing ob ich nicht Lust hätte mit zukommen zu einer Teezeremonie, da sie dort grade hin wollen und gerne ihr Englisch verbessern würden, war mir klar nette Mäddels aber mehr an meinem Geld interessiert. Ich konnte mich daran erinnern was mir in Deutschland von einem Bekannten als Tipp auf den Weg nach Shanghai gegeben wurde. „Fall nicht auf den Studententrick rein die wollen dich nur zu einer teuren Teezeremonie schleppen!“. Ich konnte es mir ja nicht vorstellen, ja danke für diesen Tipp er war schon sehr Hilfreich. Als ich ging war ich mir nicht ganz sicher aber Abends bestätigte sich meine Vermutung.

Abends ging es dann endlich dran mal Kontakte in Shanghai zu knüpfen. Über schanghai.com hab ich ein sehr nettes Mäddel kennen gelernt. Sie hatte dort gepostet dass sie Praktikantin in Shanghai ist und neue Kontakte in Shanghai sucht. Das war für mich natürlich optimal. Wir trafen uns dann an der U-Bahnhaltestelle, weil da wirklich jeder Idiot hinfindet. Sie hatte noch 2 Freundinnen dabei was sehr cool war. Endlich mal Leute mit denen man etwas unternehmen konnte. Alleine Shanghai zu erkunden ist zwar sehr cool, aber in einer Gruppe ist es einfach gigantisch. Das Witzige war Luisa und Susi sind Blondinen und das ist in China einfach zu krass. Selbst ich mit meiner hellen Haarfarbe werde angegafft als wären wir von einem anderen Planeten. Wir gingen dann was essen in das Zapatas eine sehr coole Location. Die Mäddels kannten sich schon etwas aus was die Suche sehr erleichterte. Nach dem Essen ist dann noch ein Deutscher Praktikant zu uns gestoßen. Wie sich herausstellte kam Diego sogar aus Tübingen und studiert in Freiburg Jura. Das war schon sehr cool, aber das Beste kam dann auf dem nach Hause weg. Denn Diego wohnt grade mal 5-10 min von meinem Compound entfernt.

Sightseeing die Erste

Dienstag, 27.08.2013

Nach einem guten Schlaf gings dann los an die Erkundung von Shanghai. Mit der U-Bahn war ich auch recht schnell am Bund. Nachdem ich schon in Deutschland so viel vom Bund gehört hatte, musste ich diesen sofort sehen. Es wurde mir nicht zu viel versprochen, denn der Blick nach Pudong ist der absolute Spitze. Pudong ist ein Stadtteil von Shanghai, die am Huangpo eine gigantische Skyline beherbergt. Das erstaunliche an Pudong ist, dass es in den 90er Jahren noch ein Reisfeld war und heute ein Haufen Wolkenkratzer stehen, wie zum Beispiel das Shanghai World Financial Center, das Jin Mao Building und der Oriental Pearl Tower. Das Shanghai World Financial Center ist das größte Gebäude Chinas und das drittgrößte Gebäude der Welt. Allerdings wird gerade ein noch größeres Gebäude ( der Korkenzieher ) gebaut.

Skyline von Pudong

Der Blick war einfach atemberaubend  wie man sehen kann.

Der zweite Halt an diesem Tag sollte das Shanghai Science and Technology Museum sein. So heißt nur die U-Bahn Haltestelle. Ich hatte nicht vor am ersten Tag ins Museum zu gehen. Mein eigentliches Ziel war der Fakemarkt der in der U-Bahnhaltestelle integriert sein soll, wie man mir sagte. Ich war wirklich erstaunt, da ich mir diesen Fakemarkt nicht so groß vorgestellt habe. Um ehrlich zu sein habe ich mich sogar zwei mal  fast verlaufen und musste eine Tafel suchen um den richtigen Eingang zur U-Bahn zu finden Zwinkernd . Zu meiner Entlastung jede U-Bahnhaltestelle hat mindestens 8 Ausgänge. Als ich morgens losgefahren bin an der Xujiahui fand ich das U-Bahnfahren fast schon langweilig, da der Ansturm den ich mir vorgestellt hatte einfach ausgeblieben ist. Auf die U-Bahn werde ich nochmals zurückkommen.

Auf dem Fakemarkt angekommen konnte ich sofort den Geschäftssinn der Chinesen erfahren. Durch den Markt schlendern und einfach mal schauen ist da leider nicht drin, denn an jedem Stand sitzt jemand und geht dir sofort auf die Nerven und will dir seinen Schund verkaufen. Die Chinesen sind auch sehr kreativ wenn du sagst du willst keine Uhr, verkaufen sie dir eben T-shirts oder Taschen je nach dem. Solltest du etwas kaufen wollen was er selbst gar nicht hat holt er es von einem anderen Stand und verkauft es dir. Mein Ziel auf dem Fakemarkt war es mir Hemden maßschneidern zu lassen. Es sind dort unzählige Schneider die Hemden und Anzüge maßschneidern. Nachdem ich mir einem ersten Überblick verschafft hab ich mal mein Glück versucht und bin in einen Taylor gegangen. Das erste Mal war ein Reinfall, ich hab mich verhandelt. Passiert! Egal raus aus dem Shop und zum nächsten Shop. Zweiter Versuch diesmal klappt es schon besser und ich kaufe gleich mal 3 maßgeschneiderte Hemden für 120 Yuan das Stück (ca. 15 €). Ich hatte zwar zufrieden Geld gespart zu haben, jedoch hatte ich das dumme Gefühl die wäre noch mehr drin gewesen. Ich schätze das Handeln muss ich noch perfektionieren.

Nach der witzigen Einkaufsaktion wollte ich dann die Versprechungen des Reiseführers überprüfen der einen riesigen Park namens Century Park anpreist. Für 10 Kuai (ca. 1,25 €) war ich auch schon drin im Century Park. Ich war überrascht was ich zwischen den Wolkenkratzern zu sehen bekam. Der Ausblick ist einfach spitze. ein großer See mit sehr schön angelegtem Park und im Hintergrund stehen die gigantischen Wolkenkratzer. Das witzige im Park war ein Saxofonist der gefühlt den kompletten Park beschallte. Man konnte erahnen, dass er das Lied „Für Elise“ spielen wollte. Allerdings fand ich das meiste eher gut improvisiert ;-) . Ich genoss eine Weile die tolle Atmosphäre des Parks und umrundete im Anschluss den gesamten See. Zusammenfassend kann man an der Stelle sagen, die Chinesen bauen einfach alles was sie bauen doppelt so groß wie wir. Das Spiegelt sich auch in diesem Park wieder. Es war richtig entspannend da der Park nicht überfüllt war mit Touristen. Auf einer idyllischen Parkbank lese ich noch ein wenig in meinem Reiseführer und dort steht doch tatsächlich, dass es mitten in Shanghai einen Campingplatz gibt. Das ist ja kaum zu glauben. Um dem Alltagsstress zu entgehen Zelten die Chinesen ab und zu auf dem Campingplatz am Huangpu. Das muss ich mir die Tage unbedingt anschauen „Camping in der Metropole“ ;-) .

Ausblick im Century Park Die schicke Promenade

Langsam aber sicher bekomme ich dann doch Hunger. Essen und Getränke bekommt man in Shanghai wirklich in jeder Straße. Ich habe zumindest noch keine Straße gesehen, in der es nichts zu essen gab. Da mein Chinesisch noch nicht weltklasse ist war die Bestellung ähnlich einem Überraschungsei. Durch zeigen auf ein Gericht auf der Karte bestellte ich mir mein Essen. Das Essen mit Stäbchen lief viel besser als erwartet und das Geile war, es hat wirklich gut geschmeckt. Mal sehen wie lange das gut geht?!

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